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Die Rocky Horror Erlebnis Show – Und jede Menge Bouh-Rufe

August 7, 2011

“Grandios”, “Bizar”, “Brilliant” lauten die Kommetare von jeder Zeitschrift, jedem Tages- und Wochenblatt zu der Rocky Horror Show – Neuinszenierung, an der Richard O’Brien persönlich mitgewirkt hatte. Ein erstklassiges Bühnenspektakel, welches an den Kultfaktor des OriginalMusical und dessen Verfilmung mit Leichtigkeit rankommt. Davon wollte ich mich auch überzeugen. Frank’n'Furter, Brad & Janet machen live auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg sicherlich noch einen viel größeren Eindruck als in dem Film, da war ich mir sicher. Doch im Nachhinein muss ich gestehen, dass ich kein Stück auf das vorbereitet war, was ich dort gesehen habe. Nein, nicht nur gesehen, eher erlebt habe.

Nicht nur, dass die Besetzung aus internationalen Schauspielern einfach perfekt spielte, sang und performte. Rob Fowler als extrovertierter und wohl kultigster Transvestit Frank’n'Furter. Jon Hawkins und Daisy Wood-Davis als Brad & Janet, die sowohl das liebenswerte Paar spielen, als auch gen Ende in lasziven Dessous und Stöckelschuhen über die Bühne tanzen konnten. Sam Cassidy als Rocky, Matt McKenna als RiffRaff und Kerry Winter als Columbia. Sie alle konnten den mittlerweile fast schon 40-Jährigen Figuren in ihren schrillen Kostüme neues Leben einhauchen.

Auch die grelle Lichtshow und die LiveBand stimmten, welche Rock-Songs wie “The time warp” oder “Sweet Transvestite” fachgemäß unterstützten.

Das was diese Show, dieses Musical mehr denn je zu einem wahren Erlebnis machte war die starke Einbindung des Publikums in die Aufführung, welche ich in dieser Form noch nie gesehen hatte. Jeder, der wollte, konnte sich vor dem Beginn eine Tüte kaufen mit deren Inhalt man die Show an den passenden Stellen unterstützen konnte. Ausgerüstet mit unter anderem Wasserpistolen, Zeitungen, Gummihandschuhen, Konfetti und Knicklichtern wurden also nicht nur die Zuschauer von den Darstellern unterhalten sondern auch die Darsteller von den Zuschauern. Ein erfolgreicher Abend beruht ja bekanntermaßen auch immer auf Gegenseitigkeiten.

Empörend fand ich aber, mal abgesehen von dem kurzen Auftritt von Eddie ohne sein Motorrad, einige Herrschaften im Publikum, die darüber hinaus ungehalten und zügellos den Erzähler ausbouhten und beleidigten, welcher an diesem kein geringerer als Sky DuMont war. Als dann nach dem 4ten Auftritt von DuMont fast der ganze Saal mit machte, bemerkte ich aufgebracht: “Steht das etwa auch auf der To-Do-Liste: Beleidige den Erzähler ?!” Die Antwort war doch tatsächlich “Ja”. In der Tüte zum interaktiven Mitmachen ist auch eine Liste zu finden auf der erklärt wird, was die Zuschauer an welchen Stellen reinrufen dürfen. Da ist, neben den Punkten “Who” rufen, wenn der Name Dr Scott fällt und “Shh” machen, wenn der Name Eddie erwähnt wird, auch der Punkt “Erzähler ausbouhen” zu finden.

Somit war also doch alles in bester Ordnung und das Musical “The Rocky Horror Show” wurde für die Zuschauer, mit oder ohne Tüte, frei nach dem Motto “Don’t dream it, be it”, und wird in Hamburg noch bis Ende August, zu einem grandiosen, bizarren und brilliantem Erlebnis, welches jeden Cent des Eintrittgeldes wert ist.

2 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. August 9, 2011 11:13 am

    Schöner Bericht, danke :) Ich habe die Show vor einem Monat in Köln gesehen und bin seit dem hin und weg! Zum Glück kommt sie nochmal zurück und ich kann nochmal reingehen.

    • August 9, 2011 3:51 pm

      Hey! Danke für die nette Rückmeldung! :) Ich muss sagen, dass dein Blogeinträge auch ganz nice aussehen…^^

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